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Silvan schrieb dazu am 05.12.2011 | #permlink

> URLs sind einfach wichtig. Wie die Beschilderung eines Ladengeschäfts.

Ich freue mich sehr, dass man zunehmend bessere URLs sieht - aber ob sie für das Benutzer-Erlebnis bedeutend sind? Schön wäre es.

Apple wird vielleicht bald schon die Adresszeile des Browsers nur noch per Klick (und irgendwann per Terminal) aktivierbar machen ;-)

> 100 Tage Rückgabe, versandkostenfrei, sogar auf Rechnung, Rücksendung kostenlos, 0800-Servicenummer, häufig next day Lieferung.

Das sind in der Tat Messlatten, die man als Konkurrent erst einmal toppen muss. Zumindest für das Massengeschäft ein sehr guter Einstieg.

Andererseits werden die Schattenseiten großer digitaler Unternehmen auch immer offensichtlicher.

Paypal hat keine deutsche Banklizenz, wickelt aber einen zunehmenden Teil deutscher Zahlungen im eCommerce ab. Sperrt aber weiterhin da und dort Konten von Nutzern inkl. Guthaben, oder Konten von Händlern, ohne dass es einen akzeptablen und transparenten Weg inkl. einem juristischen gäbe, um Fehler, die dabei zwangsläufig passieren, schnell und zeitnah zu klären.

Amazon sperrt Konten von Familienmitgliedern, zum Teil von ganzen Häusern inkl. Nachbarn, indem es »Verbindungen« vermutet. Dass dabei Kunden, die z.T. jahrelang für Tausende von Euro bestellt haben, vor einem gesperrten Konto stehen, aber "aus Datenschutzgründen" keine Auskunft bekommen, warum - nur den Tipp, mal in der Familie nachzuforschen, ist nur die Spitze eines Eisbergs. Die Nutzung von kostenlosen Arbeitslosen als Aushilfen im Versand, vom Staat finanziert, sicherlich auch.

Ich habe Amazon jahrelang intensiv genutzt, weil mich die schnelle und unkomplizierte Auslieferung immer sehr beeindruckt hat. Solange man bei Amazon den Kundenservice nicht benötigt, gibt es kaum Grund zur Klage. Braucht man ihn, tun sich allerdings Abgründe auf und Formulierungen wie

> Hierbei handelt es sich um einen automatisierten Prozess in den wir leider nicht eingreifen können.

sollen entschuldigen, wenn man einzelne Kunden plötzlich vollkommen unberechtigt nicht mehr als Mensch, sondern fast schon wie einen Verbrecher behandelt, oder warum man drei Wochen warten muß, bis Amazon eingesteht, dass eine Sendung verloren gegangen ist, und dann erst sein Geld wiederbekommt, weil man mittlerweile seinen eiligen Bedarf natürlich (mit doppeltem Geld, manche haben das nicht) woanders gedeckt hat.

Natürlich ist das Missbrauchs-Potential im eCommerce immens. Ich frage mich allerdings, ob es wirklich so schwer sein kann, Vertrauens-Quotienten zu berechnen im Sinne von: Konto x Jahre bestehend, Umsätze in dieser und jener Höhe problemlos, also greifen gewisse Automatismen (in die dann nichts einmal eingegriffen werden kann oder soll) vielleicht nicht gleich bei einer Unstimmigkeit über einen minder-hohen Betrag, oder können zumindest unterbrochen werden, wenn nach Sichtung des Falles klar ist, dass man als Firma einen Fehler gemacht hat.

Zumindest für meine privaten und beruflichen Beschaffungs-Prozesse habe ich mir für 2012 vorgenommen, Lieferanten zu finden, die einerseits schnell liefern, andererseits noch ein menschliches Gesicht haben, mit denen man reden kann, ohne Textbausteine aus Indien zu bekommen. Ich will nicht nur noch mit Maschinen und Textbausteinen kommunizieren, wenn mal irgendetwas anders läuft als vorgesehen.

Achim schrieb dazu am 05.12.2011 | #permlink

Sehr gute Einwände.

Das, was du da forderst, wird sich wieder neu entwickeln müssen. Im Massengeschäft muss im Servicefall der Einzelne als Individuum behandelt werden, das ist sonnenklar. Nur noch nicht umgesetzt :-)

Bei Zalando konnte man mir bei einer Rückfrage an die 0800-Nummer auch nur mit mündlichen Textbausteinen helfen, äh, nicht helfen.

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